P R O J E K T:  W E I N  C A V E                                           

 

OBJEKT:                    WEIN CAVE OSTSTEINBEK

MATERIAL:                Holzbau

BAUORT:                   Möllner Landstrasse 22a, 22331 Oststeinbek (SH)

BAUHERR:                 TRÈFLE - EUROPE GmbH

VOLUMEN:                 ca. 300 qm

BAUZEIT:                   2 Monate

ERÖFFNUNG:             19.09.2009

DER BEGINN

Der Bauherr hat im Frühjahr 2009 eine leer stehende Scheune des ehemaligen Kratzmannschen Hofes in Oststeinbek direkt vor den Toren Hamburgs, an der Möllner Landstraße gelegen, gepachtet.

Anfänglich hatte man die Vorstellung den Raum der Scheune komplett von innen zu verkleiden um die Dämmung und den Ausbau zu gewährleisten. Bald aber wurde klar, dass ein derartiges Unterfangen den Kostenrahmen und die technischen Möglichkeiten sprengen würde.

 

DIE IDEE

So entstand die Idee der "Kuben", die sich im Bereich des gesamten Erdgeschosses ausbreiten sollten und somit unabhängig von dem vorhandenen historischem statischem System funktionieren sollten. Ein weiterer Vorteil dieser Entwurfsidee war es der Lagerware, den verschiedenen Weinsorten, auch passende Klimazonen zu offerieren.

DER ENTWURF

Der Innenausbau sollte folgende Kriterien erfüllen: Er sollte günstig zu erstellen und schnell aufgebaut sein. Er sollte im Betrieb des Geschäftes keine hohen Unterhaltskosten mit sich bringen. Er sollte nicht zuletzt optisch ansprechend sein und eine angenehme Verkaufsatmosphäre für die Kunden darstellen. 

Also entschied man sich für eine Holzrahmenkonstruktion, die genügend Dämmung in ihren statisch bemessenen Stützen und Deckenbalken unterbringen konnte. Damit zollt der Ausbau nicht nur den neuesten Energieeinsparungs- und Wärmeschutzverordnungen sondern weist auch ein verantwortungsvolles Handeln in Hinblick auf die verwendeten Baumaterialien und deren Ökobilanz auf. Außerdem ist ein evtl. Rückbau leicht durchführbar.

DIE AUSFÜHRUNG

Ökologisch hat man versucht auf die Frage der Beheizung und Kühlung zu reagieren. Die gelagerten Weine sind nicht in der Lage die jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen qualitativ zu verkraften. Chemische Prozesse, ausgelöst durch zu hohe oder zu niedrige Temperaturen, verändern den Geschmack des Weines, wenn dieser nicht korrekt gelagert wird. Im Verkaufsraum allerdings muss eine Temperatur gewährleistet sein, die das Arbeiten für das Personal angenehm macht.

Diesen Anforderungen hat man versucht mit dem Einsatz von Deckenklimageräten zu befriedigen. Sie werden über Luft-Luft-Wärmepumpen betrieben, verbrauchen Strom und arbeiten mit dem Effizienzgrad 1:4 was bedeutet, dass die Räume äußerst günstig und ressourcenschonend klimatisiert werden können.

ARCHITEKTONISCHE ASPEKTE

Die "Kuben" sollen wie eigenständige Behälter wahrgenommen werden. Sie unterstützen metaphorisch in ihrer Bauweise den Firmennamen Wein "Cave". Man betritt die Scheune durch ein neues Fassadenelement und befindet sich in der etwa 4m breiten, 14m langen und 3m hohen Lobby. Die Seitenwände sind verglast und es scheint, als ob die zwei, jeweils links und rechts liegenden Kuben durch die Scheiben in die Lobby dringen. Der Bereich der Lobby ist höher gezogen als die Kuben selber, sodass der Besucher einen Blick durch die Scheiben in die alte Scheune werfen kann. Der Kontrast zwischen dem verwitterten Backsteinmauerwerk, dem aufwendigen historischen Dachstuhl und den modernen Einbauten ist ein gewünschter, Spannung erzeugender Effekt. Beim Abschreiten der Lobby kann man die Waren, die sich in den einzelnen Kuben befinden, beschauen, ohne diese unbedingt betreten zu müssen. Natürlich ist dem Besucher aber auch das möglich, da jeder Kubus mit ausreichend breiten Zugangstüren versehen ist. Das sichtbare Baumaterial, überwiegend Lärchenholz, ist bewusst sichtbar naturbelassen und nimmt mit der Zeit einen edlen dunklen Ton an. Die tonnenartige Bauweise der Kuben ist nicht nur ein gewollter Designeffekt; er ist entstanden durch die Notwendigkeit der vorhanden Konstruktion der Scheune "auszuweichen". Die hölzerne Leistenverkleidung der Kuben erinnert unterschwellig an den Aufbau von traditionellen Weinfässern, ohne diese Metapher vereinfachend überzustrapazieren.

Im Netz zu besuchen unter:  www.weincave.de

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